Das neueste aus dem HELILABOR
Das Helilabor beschäftigt sich mit Verbesserungen an den Fluggeräten. Dabei geht es darum eigene Ideen umzusetzen oder auch Gelesenes nachzuvollziehen und zu verbessern. Die Ergebnisse dieser spannenden Forschungsarbeit werden dann hier veröffentlicht. Bei allen Veränderungen am Fluggerät wird niemals die Sicherheit außer acht gelassen.
Grundsätzliches zur 4in1 Elektronik
Der Weg zum richtigen Extreme Tuning.
Axel unser HeliChef hat im Helilabor die 4in1 genau untersucht. Dabei sind einige bahnbrechenden Entwicklungen herausgekommen, die auf den gewonnenen Erkenntnissen beruhen.
Motoransteuerung
Um die später vorgestellten Modifikationen an der 4in1 zu begründen mußt Du die Ansteuerung der Motoren verstehen. Die Motoren werden mit einer Pulsbreitenmodulation angesteuert. Die Funktionsweise ist einfacher als es klingt. An die Motoren wird keine gleichbleibende Gleichspannung gegeben, sondern die Spannung immer ein und ausgeschaltet. Je kürzer die Abstände zwischen zwei Stromstößen (Impuls) ist, desto schneller dreht der Motor. Durch die Trägheit des Motors bleibt dieser in einer Drehbewegung, nimmt allerdings gerade bei langsamen Geschwindigkeiten die Stromstöße (Impulse) mit Drehzahländerungen war. Das liegt insbesondere auch daran, daß der Motor über einen Kollektor gesteuert wird. Die Motorbürsten führen den Strom über sich drehende Kontaktflächen (Kollektor) an Spulen, die durch das erzeugte Magnetfeld den Motor in eine Drehbewegung versetzen (siehe Funktion eines Motors). Das ganze funktioniert ebenfalls nicht unterbrechungsfrei. Also wirken zwei Impulssteuerungen auf den Motor ein. Diese beiden Impulse sind nicht synchronisiert, wodurch gerade bei langsamen Drehgeschwindigkeiten die Motordrehzahl extrem schwankt. Die Auslegung eines Motors für eine bestimmte Spannung spielt dabei ebenfalls eine große Rolle.
Links eine gute 4in1 Impulssteuerung, rechts eine sehr ungünstige Ansteuerung. 4in1
Die rote LED der 4in1 leuchtet wenn die Impulslänge (Impulsbreite) eines Stromstoßes (Impuls) die maximal mögliche Länge ( max. Hub 95%) erreicht hat und die Zeit zwischen zwei Stromstößen (Impulse) die kürzest mögliche Länge erreicht hat. Wenn dieses Impulssignale von der 4in1 nicht exakt (Rechtecksignal steile Flanken / short Slewrate) verlaufen, sondern unsaubere Zwischensignale an den MOS FET Motorregler gesendet werden, erwärmt sich der MOS FET. Der IRF 7413 MOS FET kann sich kurzzeitig bis maximal 170 Grad Celsius erwärmen. Bei höheren Temperaturen wird er zerstört, bzw. bei 180 Grad Celsius löten sich die Bauteile auf der Platine selbst aus. Da die MOS FETs keine Kühlkörper haben, wird die Wärme über die Beinchen an die Platine abgegeben. Auf der Platine sitzt der sehr wärmeempfindliche Piezo Gyroscope. Durch die Erwärmung verändert der Gyro das Gierverhalten des Helis erheblich. Das bedeutet die Trimmung für Gier stimmt während des Fluges nicht mehr, es muß nach getrimmt werden. Der 4in1 Controller ist bei den Modellen von E-Sky, JPerkins und Graupner nach unseren Recherchen absolut gleich, während sich die Empfängerplatinen (Receiver) von E-Sky unterscheiden.Motor
Je schneller die Motoren drehen desto wärmer wird ihnen. Ein höheres Drehmoment (mehr Kraftaufwand) erzeugt nicht so viel mehr Motorwärme. Dadurch begründet sich der sinnvolle Einsatz von Tuning Rotorblättern wie zum Beispiel von Xtreme, die eine größere Auftriebs-Fläche als die Standard Rotorblätter haben und durch einen geringfügig steileren Winkel bei geringeren Motordrehzahlen mehr Auftrieb erzeugen.
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Allerdings laufen die Motoren bei geringerer Drehzahl mit stärkeren Drehzahlschwankungen. Ein geringer Innenwiderstand des Motors bedeutet eine höhere Stromstärke, die wiederum mit mit mehr Drehmoment (Kraft) gleich zu setzen ist. Dazu hat Axel unser HeliChef folgende Meßergebnisse ermittelt.
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Drehmoment Motoren (je höher die Stromstärke, je stärker der Motor) Anbieter Motortyp Mess- spannung Stromstärke E-Sky/Arkai FK 180 SH 6V 330 mA Graupner/JPerkins FK 180 SH 6V 340 mA Century RC / GToys N30 6V 490 mA Protech/Dynam RC Mega X 180 6V 430 mA Xtreme / AHP Xtreme 180 / AFC System 6V 460 mA Stromaufnahme Messungen zu den Motoren im Leerlauf bei genau 6V Gleichspannung Fazit
Die Rechtecksignale der 4in1 müssen sehr sauber von den MOS FETs weitergegeben werden, die einen möglichst kleinen Innenwiderstand haben sollten. Ansonsten wird zuviel Strom in Wärme gewandelt, was zunächst das Gyroscope negativ beeinflusst und letztendlich die Motorregler gefährdet. Die Motoren müssen für das Gewicht des Modells und die zugeführte Spannung ausgelegt sein.
Es muß individuelle Lösungen für 7,4 V und 11,1 V sowie für leichte und schwere Modelle geben. Wir haben diese Lösungen erarbeitet. Auf den folgenden Seiten erfährst Du wie wir dieses Wissen sinnvoll in die Praxis umgesetzt haben.
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