Erstflug

Empfohlene Ersatzteile für den Anfänger

Für den Anfänger ist es fast unmöglich abzuschätzen, welche Ersatzteile für den Anfang sinnvoll sind. Das der neue Heli nicht ohne Crash bleiben wird, ist selbstverständlich.


Rotorblätter gehen am Anfang sehr oft zu bruch. Fange nicht mit Tuningblättern an, diese gehen auch kaputt, der Unterschied ist nur das zusätzlich die Möbel und Rotorachsen in Mitleidenschaft gezogen werden. Es gibt zwei Rotorblattsysteme, die Starren mit integrierten Blatthaltern und die schwenkbaren Rotorblätter. Welche Rotorblätter Du brauchst hängt von Deinem Modell ab. JPerkins, Graupner, JSB und E-Flite Modelle verwenden die starren Rotorblätter, alle anderen Modelle benötigen die schwenkbaren Rotorblätter. Alle starren Rotorblätter aller Anbieter passen auf ein Modell für starre Rotorblätter. Alle schwenkbaren Rotorblätter passen zu allen Modellen mit schwenkbaren Rotorblättern. Es gibt allerdings bei größeren Hubschraubern neue größere schwenkbare Rotorblätter. Die Standard schwenkbaren Rotorblätter sind 16 cm lang, das ergibt einen Rotordurchmesser inklusive Blatthaltern und Rotorachse von 340 mm. Die Rotorblätter unterteilen sich in Rotorblätter für die obere und untere Rotorebene. Die unteren Rotorblätter sind spiegelverkehrt zu den oberen Rotorblättern geformt. Das muss so sein, weil beide Rotorebenen sich gegenläufig drehen. Ich empfehle Dir für den Anfang 5 -10 komplette Sets Rotorblätter zu besorgen.


Die innere Rotorwelle ist die Rotorachse die zum oberen Rotorkopf führt. Wenn die obere Rotorebene plötzlich durch ein Rotorblatt auf null gebremst wird, müssen sich die Kräfte der Drehgeschwindigkeit abbauen. Das passiert durch das abreißen oder einreißen des Rotorblattes. Ein Teil der Kräfte geht über die Blatthalter in den Rotorkopf und damit auf die innere Rotorwelle was eine krumme innere Rotorwelle zur Folge haben kann. Die Rotorwelle ist dann am Rotorkopf krumm, was sich durch vibrationen und fliegen eines Kreises bemerkbar macht. Der Heli schwebt nicht mehr auf der Stelle sondern fliegt einen Kreis um eine imaginäre Achse rechts herum. Dabei schaut das Heck immer in die gleiche Richtung. Der Versuch den Rotorkopf wieder zu richten ist nicht möglich, da Du nicht sehen kannst in welcher Richtung der Rotorkopf verbogen ist. Das bedeutet eine sehr kleine Ungenauigkeit in der inneren Rotorachse bewirkt schon das fliegen im Kreis anstatt des schweben's auf der Stelle. Ich empfehle Dir zwei innere Rotorwellen Deinem Startpaket bei zulegen.

Das Zahnrad für die innere Welle geht dann kaputt wenn bei einem Crash noch Schub gegeben wird, während die Rotorachsen blockiert sind. Das passieren wenn Du nicht schnell genug reagierst, passiert sehr gerne wenn Sender und Empfänger den Kontakt verlieren und der Heli sein Eigenleben frei entfalten kann. Ein solches Zahnrad in Reserve zu halten schadet nicht.


Das obere Rotorwellenlager lohnt sich gegen eine Alu Version zu tauschen sobald Du die innere Rotorwelle tauscht. Die allermeisten verbauten Plastik Versionen bieten nicht die erforderliche Genauigkeit oder verlieren diese im Betrieb. An drei Stellen muß das obere Rotorwellenlager extrem genau sein. Das obere Rotorwellenlager wird auf die äußere Rotorachse (Hohlwelle) aufgesteckt, es darf dort keinerlei spiel haben. Die Alu Versionen müssen mit viel Kraft auf die äußere Rotorwelle gesteckt werden, sie sitzen garantiert fest. Das Kugellager ist von oben in die Plastik Halterung gedrückt, sitzt dieses Lager nicht absolut fest in seiner Aufnahme, eiert das ganze Lager während des Fluges. Durch das Kugellager wird die innere Rotorwelle gesteckt, ist das Loch zu groß, sodass die Rotorwelle bequem hindurch paßt, eiert die die Welle im Kugellager. Bei der Alu Version des oberen Rotorwellenlagers ist ein sehr passgenaues Kugellager dabei. Du wirst Schwierigkeiten haben den Anfang der inneren Rotorwelle in das Lager einzuführen. Das liegt daran das die innere Rotorwelle unten ein Kerbe hat, die der Fixierung des Zahnrades dient. Dadurch das die innere Rotorwelle so lang ist, muß gerade das obere Rotorwellenlager extrem genau sein, damit keine Vibrationen auf den Heli übertragen werden. Der Gyro im Controller mag keinerlei Vibrationen, er kann sonst nicht mehr genau arbeiten. Der Wechsel dieses kleinen Teiles trägt erheblich zu einem ruhigen Flugverhalten bei. Alle Alu-Versionen des oberen Rotorwellenlagers passen auf alle Helis der 40 cm Koax-Helis. Ich empfehle das obere Rotorwellenlager bei erster Gelegenheit auszutauschen.


Die äußere Rotorwelle (Hohlwelle) gibt es für die meisten Modelle mit fixiertem Zahnrad, bei einigen Modellen (z. B. Walkera) ist das Zahnrad mit zwei Schrauben in zwei Löcher der Hohlwelle zu fixieren. Die äußere Rotorwelle wird krumm, wenn der Heli auf den Rotorkopf fällt oder ganz übel am liebsten mit beiden Rotorblättern unter voll Schub der unteren Rotorebene irgendwo rein kracht. Sie hält wesentlich mehr aus als die innere Rotorwelle. Bei Verwicklungen in Gardinen oder Kollisionen mit Stuhlbeinen werden oft die Zähne des Zahnrades in Mitleidenschaft gezogen, was bei einer Welle mit fixiertem Zahnrad den Austausch der ganzen Welle erfordert. Beim anlaufen der Rotoren macht sich ein defektes Zahnrad durch Klick Geräusche bemerkbar. Ich empfehle immer eine komplette äußere Rotorwelle in Reserve zu halten, damit der Spaß nicht durch lange Wartezeiten auf Ersatzteile unterbrochen werden kann.


Die Kufen oder Landegestell werden gerade am Anfang durch die Hüpfer sehr stark beansprucht. Irgendwann brechen die Kufen oder das Landegestell unter der Last. Bei der Belastung hilft kleben nicht viel, beim nächsten Hüpfer bricht die Klebestelle wieder. Beim ersten Heli ist ein Ersatz-Landegestell oder Kufen sehr zu empfehlen.


Das Heck wird gerade bei einem Anfänger nicht lange halten. Glücklich sind die dran, die sich für einen Heli mit Stangengerüst entschieden haben, gegenüber denen die einen Fullscale Rumpf demolieren. Die Stangengerüste kosten um die 10 € während ein neuer Fullscale Lexan Rumpf schon mal 40 € kostet. Am Anfang hilft kleben, um den Geldbeutel nicht zu arg zu belasten. Das sieht dann zwar nicht mehr so schön aus, reicht aber zum Training vollkommen. Beim Stangengerüst Heck läßt sich dieses im Notfall auch kürzen und alles mit Zwei Komponenten Kleber wieder herrichten. Beim Fullscale Lexan Rumpf hilft Tesa Film nach einer Bruchlandung das ganze wieder zusammen zu flicken. Heckrotoren und kleine Flügel am Heck haben keinen allzu großen Einfluß auf das Flugverhalten wenn Du sie wegläßt. Lediglich das Gewicht spielt zur Ausbalancierung eine wichtige Rolle. Die Länge des Hecks muß bis zur Blattspitze der Rotorblätter reichen, da die Rotorabwinde die Stabilisierung des Helis (Drehung um die Hochachse) unterstützen.


Das Trainingsgestell für 10 € hilft alle oben aufgeführten Teile zu sparen. Es lohnt sich in jedem Fall für einen Anfänger. Durch die weit auslegenden Tischtennisbälle kippt der Heli nicht so schnell um. Die Rotorblätter werden etwas mehr geschützt. Beim hüpfen federt das Trainingsgestell noch mehr als die Kufen ab.
Die wichtigsten Ersatzteile für den Anfänger
Abbildung Erklärung

Rotorblätter 5 -10 komplette Sets
innere Rotorwelle 2 mal
Zahnrad innere Rotorwelle
oberes Rotorwellenlager 1 mal
äußere Rotorwelle (Hohlwelle) 1 mal
1 Satz Kufen oder Landegestell
1 Ersatz Heck
1 Trainingsgestell

Tuning Teile sind wesentlich teurer als die Standard Teile, sie gehen bei einem Anfänger aber schnell kaputt, darum sollten Anfänger nur das obere Rotorwellenlager aus der Tuning-Ecke bestellen. Nach einiger Flugerfahrung wird der Anfänger wissen wenn es soweit ist, daß er kein Anfänger mehr ist und der Einsatz diverser Tuningteile sich lohnt.

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letzte Änderung 12.01.08