Erstflug


Zu Anfang nur kleine Hüpfer.

Nachdem Du wie in der Anleitung beschrieben, den Akku geladen hast, der sich abgekühlt hat und Du ihn montiert hast, montierst Du nun das Trainingslandegestell. Falls Du keines gekauft hast, wird Dich das Fliegen lernen einige Rotorblätter mehr kosten. Das Trainingsgestell ist um einiges günstiger als die vielen defekten Rotorblätter. Ein Kauf für einen Preis um 10 € lohnt sich für einen Anfänger in jedem Fall. Dennoch werden am Anfang einige Rotorblätter drauf gehen. Das wird mit der Zeit immer weniger.

Der Akku wird beim z. B. Lama V3 in das Akkufach gelegt und dann in den Heli eingehängt. Das muss vor der Montage des Trainingsgestells erfolgen. Beim Bell 47G von Graupner kann der Akku auch hinterher von hinten in das Akkufach geschoben werden. Egal welcher Heli der Akku muss so fest im Akkufach sitzen das er während des Fluges nicht verrutschen kann. Ansonsten verlagert sich das Gewicht und die Trimmung stimmt nicht mehr.
Special: Welcher Akku paßt wo ?
Technik: Der LiPo Akku - Wie funktioniert das ?

Die Kabel des Akkus werden seitlich herausgeführt, sodass das am Heli heraushängende Verbindungs-Kabel mit dem roten Stecker (BEC genannt) zusammen gesteckt werden kann und das Akku-Kabel mit dem weißen Stecker seitlich heraushängt, um es bei Bedarf an das Ladegerät anzuschließen. Zum laden der Akku manchmal in der Halterung am Heli bleiben, was gegen die Empfehlung aller Hersteller ist. Da die wärme im des Akkus im eingebauten Zustand nicht genau erfühlt werden kann, sollte immer 10 Minuten gewartet werden bevor der Akku geladen wird. Bei allen Modellen die ich kenne wird mit dem weißen Kabelstecker an das Ladegerät angeschlossen. Das Kabel mit dem roten BEC Stecker wird mit der roten Buchse am Heli verbunden um diesen nach dem einschalten der Funkfernsteuerung mit Strom zu versorgen. Niemals dürfen der rote und der weiße Stecker gleichzeitig angeschlossen werden. Bevor der Akku an das Ladegerät angeschlossen wird muss dieser mit Strom über das Steckernetzteil versorgt sein. Der Akku ist immer dann bei E-Sky Modellen geladen wenn die grüne LED nicht mehr blinkt sondern dauerhaft leuchtet. Bei Graupner musste das natürlich anders sein, dort leuchtet die rote LED und die grüne LED solange bis der Akku geladen ist, dann erlischt die grüne LED. In Wirklichkeit dauert der Ladevorgang sogar noch länger, aber für den Anfang reicht solch eine Ladung. Bei den ersten 5 Ladungen erreicht der LiPo etwa 80 % seiner Kapazität, danach erreicht er 100%.

Das orange Antennenkabel beim Lama V3 lassen wir genauso aufgewickelt hängen wie es geliefert wurde. Es über das Heck zu führen wie es beim Bell 47G von Graupner bereits ab Werk gemacht wurde bringt beim Lama V3 nur Probleme, da die Antenne viel zu lang ist und mindestens 3 mal hin und her geführt werden müsste. Wenn wir dann das Heck abreißen, was ziemlich schnell nach den ersten Versuchen passiert, hängt das abgerissenen Heck an der Antenne verbunden mit dem Heli.
Dann muss alles wieder entwirrt werden und kann nicht mehr so schön sauber aufgerollt werden wie es geliefert wurde. Die aufgewickelte Antenne ist für den Indoorflug ausreichend.
Für den Outdoorflug und in großen Hallen wenn man sich weiter als 10m vom Heli entfernt, ist das Antennenkabel in jedem Fall über das Heck zu führen. Dann sind Heli und Fernsteuerung in größerer Entfernung zueinander und der Empfang am Heli muss verbessert werden. Die Antenne darf niemals gekürzt werden, sie ist genau für das Frequenzband des Empfängers bemessen. Eine Verkürzung führt zur extremen Verschlechterung des Empfangs.

Wenn das Heck abgerissen wurde kann man trotzdem noch fliegen, der Heli neigt dann eher dazu sich um die Hochachse zu drehen. Außerdem fehlt Gewicht was durch eine neue Trimmung ausgebessert werden muss. Besser das Heck in Ruhe kleben und über Nacht trocknen lassen, als es gleich wieder zu demolieren.
Mein Heck ist in den ersten drei Tagen täglich abgerissen. Beim ankleben kommt es auf Haltbarkeit und nicht auf Schönheit an.
Wenn wir später besser fliegen können bestellen wir uns einfach ein neues Heck.

Trainingsgestell montieren
Trainingsgestell

Das Trainingsgestell wird mittig auf den Akku plaziert und das Gestänge an den Kufen mit Textil oder Isolier-Klebeband fixiert.
Das Gestell sollte möglichst gerade montiert werden. Am Anfang hat man noch die Clips um es an die Kufen anzubringen, später gehen diese verloren und man bedient sich der Lassoband-Methode.
Das befestigen geht am besten wenn man den Heli über Kopf ganz vorsichtig zwischen den Knien einklemmt (Das Heck zeigt vom Körper weg).
Vorher sind die Rotorblätter gerade längs des Rumpfes auszurichten.
Die Paddelstange kann nicht parallel zu den Rotorblättern ausgerichtet werden, ohne demontiert zu werden.

Sicherheitscheck vor dem Flug

Lama V3

Alle beweglichen Teile müssen auf den richtigen Sitz geprüft werden. Besonders genau sind die drei Anlenkungen an den Kugelgelenken zu prüfen. Es kann schon mal passieren das ein Ring ganz über die Kugel gerutscht ist, damit haben die Rotoren zwar halt aber auch spiel, was zu unkontrollierbaren Flugeigenschaften und Beschädigungen führt. Die Rotorblätter sind bei Graupner Helis starr und bei Lama und allen anderen beweglich in den Blattaufhängungen montiert. Die beiden ineinander gesteckten Rotorwellen dürfen keinerlei vertikales spiel haben.
oberer Rotorkopf
unterer Rotorkopf


Akku anschließen
LiPo Akku

Als erstes die mit Batterien bestückte Fernsteuerung einschalten und alle Trimmer auf Mittelposition bringen.
Den rastenden Steuerknüppel (bei Mode 2 links und bei Mode 1 rechts) ganz nach unten ziehen. Er verbleibt in dieser Position, während der andere Steuerknüppel automatisch in Mittelstellung gehalten wird.
Den Heli gerade auf den Boden stellen und die verpolungssicher kodierten roten Stecker und Buchse ineinander stecken.
Das 4in1 Modul leuchtet kurz rot, dann blinkt es grün um dann dauerhaft grün zu leuchten. Das ganze dauert nur wenige Sekunden in denen das Gyroskop kalibriert wird. Nun die Fernbedienung nehmen, solange noch eine grüne LED leuchtet geben die Batterien noch genug Strom. Wenn die Fernbedienung auf Mode 2 eingestellt gekauft wurde (Standard), wird nun der rechte Steuerknüppel in alle Richtungen bewegt. Die beiden Servos müssen sichtbar und hörbar arbeiten.
Nun gibst Du langsam mit dem linken Steuerknüppel "Gas". Die Rotorblätter beginen zu drehen, die Rotorachse darf nicht eiern. Es ist wichtig nach allen Seiten möglichst viel Platz zu haben und nicht irgendwelche Hindernisse wie Lampen in der Luft plötzlich zu begegnen. Mindestens brauchen wir am Anfang eine Fläche von 1,50 m x 2,50 m für Bell 47G und eine noch größere Fläche für den Lama V3, die mit der Erfahrung immer kleiner werden kann.

Der erste Hüpfer

Jetzt geben wir Gas bis der Heli fast abhebt, über die Kugeln des Trainingsgestells beginnt der Heli in eine Richtung auszubrechen.
Dreht der Heli um die eigene Achse so muss der Trimmer unterhalb des Gas-Steuerknüppel entgegengesetzt gestellt werden. Schiebt der Heli nach vorne oder hinten muss mit dem vertikalen Trimmer gegenüber dem Gas-Steuerknüppel entgegen gesteuert werden. Nach jedem Versuch wird der Heli wieder in der Mitte unseres Feldes positioniert, dabei schaut uns immer das Heck an.



Ansonsten wäre jede Bedienung der Fernsteuerung entgegengesetzt auszuführen, genau dass ist später die große Herausforderung entsprechend der Flugposition des Heli in die richtige Richtung zu lenken. Das geht nicht mit überlegen, weil das viel zu langsam wäre, sondern die Koordination Auge, Hirn, Finger muss solange erlernt werden, bis das automatisiert abläuft.

Wenn der Heli seitlich ausbricht muss mit dem horizontalen Trimmer gegenüber dem Gas-Steuerknüppel gegen justiert werden. Es ist oft eine Kombination aus mehreren Trimmungen bis der Heli fast auf der Stelle bleibt.

Die eingestellte Trimmung ist aber nur bedingt richtig. Am Boden gibt es den sogenannten Bodeneffekt, welcher entsteht wenn der Wind der Rotoren vom Boden reflektiert wird und wieder an die Rotoren gelangt. Dieser Effekt macht sich bis 40 cm über dem Boden in abnehmender Stärke bemerkbar, indem die Luftverwirbelungen den Heli etwas unkontrollierbar machen.


Bodeneffekt

Wir versuchen den Heli zunächst nur auf eine Höhe von 30-40 cm zu bringen um ein Gefühl für die Empfindlichkeit der Steuerung zu bekommen. Das schub geben ist leider auch nicht ganz einfach, da der Heli zunächst am Boden klebt und dann beginnt plötzlich mit zunehmender Geschwindigkeit zu steigen. Die ersten Zentimeter an Höhe müssen möglichst schnell überwunden werden, da der Heli nicht senkrecht abhebt sondern im Idealfall eine Ellipse nach hinten (Bild oben) vollführt. Wenn der Heli nicht gerade auf dem Boden steht, wird er der Richtung der Schräglage der Rotorblättern folgen. Für einen Anfänger ist so ein schräger Start sicher keine gute Idee, da dass korrigieren in der Luft noch schwer fällt. Ungefähr bei 60% bis 70% Schub hebt der Heli ab, dann nehmen wir sofort etwas Gas zurück. Dafür muss erst mal ein Gefühl entwickelt werden. Das führt dazu das der Heli erst mal weiter steigt oder gleich wieder auf den Boden schlägt. Ganz wichtig ist, immer wenn wir einem Hindernis zu nahe kommen Gas sofort auf Null stellen. Ansonsten sind die Rotorblätter sofort kaputt oder sogar die Welle verbogen.

Defekte Rotorblätter
Wenn ein Rotorblatt nur eine kleine Kerbe hat, kann man es noch weiter benutzen. Sollte es aber eingerissen oder sogar verkürzt worden sein, muss das Blatt sofort gewechselt werden. Näheres dazu in der Rubrik Rotorblatt


defekte Rotorbätter

Ansonsten wird die Rotorachse krumm, dann ist der Heli nicht mehr richtig steuerbar und weitere Folgeschäden stellen sich ein. Immerhin ziehen 5 kg Fliehkräfte bei 1200 U/Min an der Welle. Wenn eine Rotorblattseite nur etwas leichter ist, führt das zu einer groben Veränderung der Flugeigenschaften die nicht mit der Trimmung ausgeglichen werden können.

Gewichtsunterschiede der Rotorblätter
Einige Freaks wuchten ihre industriell gefertigten Rotorblattpaare sogar aus. Doch sie haben Recht, Gewichtsunterschiede im Zehntel Gramm Bereich machen sich sofort durch ein unruhigeres Flugverhalten bemerkbar. Es geht darum die Gewichtsunterschiede von weit unter 1g auszugleichen, da sie sich mit der hohen Umdrehungszahl potenzieren. Da wird jedes Blatt genau gewogen und beim leichteren Blatt an der Stelle wo das Gewicht fehlt mit einem Stückchen Tesafilm ausgeglichen. Da unsere Blätter am Anfang spätestens nach jeder Akkuladung neue sein werden lohnt der Aufwand noch nicht.

Inzwischen bin ich aus der Anfangsphase heraus und wiege meine Blätter, packe diese in beschriftete Tüten sortiert auf das Zehntel Gramm genau. Wenn ein Blatt defekt ist, wechsel ich beide Blätter aus und sortiere es später durch nachwiegen wieder in die richtige Tüte ein.

Ein kleiner Test mit dem sehr ruhig schwebenen Bell 47G von Graupner hat mir bezüglich der Gewichtsunterschiede der Rotorblätter die Augen geöffnet. Da ich das letzte original Grauper Blatt bereits verbaut hatte, hatte ich das augenscheinlich absolut gleiche Blatt von E-flite nach dem nächsten Crash eingesetzt. Vorbei war es mit dem schweben auf der Stelle, der Heli ließ sich auch nicht mehr austrimmen. Erst nachdem ich beide Blätter an einer Rotorachse durch gleiche E-Flite Blätter getauscht hatte war wieder ungefähr das alte Flugverhalten gegeben.

Unsere Feinde für die Rotorblätter lassen sich klassifizieren:
1. Stühle, Tischbeine, Stehlampen, Bügelbretter
2. Schränke, Wände, Boden, Hängelampen
3. Kartons, Couchgarnitur, Betten


Der erste Start
Der Verlauf ist typischer Weise so.

Irgendwann hat man den Kampf mit dem Bodeneffekt satt, da oben soll es besser gehen. Also allen Mut zusammennehmen und hoch.

1.) Der Zaghafte:
Um schnell die kritischen Zentimeter zu überwinden mehr Schub in kürzerer Zeit geben.
Und los ... OhManOhMan.
Der Hubi schwebt und möchte gleich zum nächsten Crashpunkt ausbrechen. Also gleich Gas wieder auf Null
und der Heli knallt auf den Boden. Erst mal tief luft holen und analysieren was Ursache und Wirkung war. Prüfen ob alles heil geblieben ist und auf zum nächsten Versuch.

2.) Der Draufgänger
Gleich richtig Gas, der Heli schießt in Richtung Decke. Der Countdown bis zum Einschlag ist sehr kurz, also Gas auf Null. Der Heli steigt weiter um daraufhin wieder zu fallen, also wieder richtig Gas. Jetzt kommt es auf das Timming an. Der Heli verhält sich wie ein Gummiball bis er in die Decke kracht und danach auf den Boden stürzt oder Du konntest den Fall etwas abbremsen und der Heli knallt auf den Boden. Eine Reparatur ist in jedem Fall notwendig.

Auf jeden Fall wird Dir nun klar, das die vertikale Achse beim Heli am trägsten reagiert, plötzliche starke Änderungen am Gas führen immer zum Absturz. Das drehen des Helikopter um die Hochachse ist sehr direkt und ohne großen Höhenverlust machbar. Das ist die wichtigste Steuerung. Doch die meisten Anfänger versuchen mit dem einen Steuerknüppel Schub zu geben und mit dem anderen Steuerknüppel die horizontale Steuerung des Helis zu vollziehen. Das ist falsch da der Heli dafür viel mehr Platz braucht und nicht so direkt reagiert. Man sollte sich zwingen erst mal die ganze Steuerung nur mit dem Steuerknüppel für Schub zu erledigen. Nach vorne, hinten und zur Seite fliegen ist träge in der Reaktion. Da die Luft so dünn ist dauert es bis ein Steuerbefehl Wirkung zeigt. Als Anfänger verstärkt man in dieser Zeit des Wartens auf Reaktion den Befehl, dass führt dazu das man dann gegen die Auswirkungen steuern muss, da die Wirkung auch Zeitlich noch länger als betätigt nachwirkt. Nach wenigen Befehlen schaukelt sich das ganze derart auf, dass man entweder crashed oder noch notlanden kann.
Dieses Verhalten der zeitlich verzögerten Annahme von Befehlen erfordert ein sehr vorausschauendes fliegen.

Wenn man den Heli richtig beherrscht kann man den Heli direkter abfangen indem man aggressivere Manöver durchführt. Im jetzigen Stadium führt das zu einem harten Crash. Mit den Flugstunden bekommt man ein sehr feines Gefühl für die Steuerung und vor allem kann man dann mehrere Befehle pro Sekunde an beide Steuerknüppel richtig dosiert abgeben und muss nicht mehr überlegen was zu tun ist.

Wenn der Heli in unserer Wunschhöhe von etwa 40 cm schwebt, wird er dort nicht bleiben sondern sich drehen oder in ein Richtung ausbrechen. Genau dieses Verhalten müssen wir uns merken und zurück am Boden entgegen Trimmen. Wenn wir erfahrener sind kann der Trimm auch in der Luft ausgeführt werden. In der Regel ist das etwa nach der vierten Akkuladung. Das hängt aber stark vom Trainingsprogramm ab. Wenn wir den Heli so getrimmt haben das er maximal leicht nach vorne will, brauchen wir in der Luft nur rechtzeitig den Heli um die Hochachse drehen und erreichen damit erste Flugphasen länger 10 Sekunden. Irgendwann wird natürlich auch das in der Wand enden. Hier gilt, lieber hart auf den Boden als an der Wand einen Satz Rotorblätter verlieren. Das steuern über die vertikale Achse muss richtig sitzen bevor der andere Steuerknüppel ins Spiel kommt.

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letzte Änderung 25.11.07